Stand der Dinge

Guten Tag, liebe Genossenschaftsanwärterinnen und -anwärter,

beginnen möchte ich mit den positiven Nachrichten. Mittlerweile sind 708 Anträge auf Mitgliedschaft eingegangen und die gezeichneten genossenschaftlichen Geschäftsanteile haben den Betrag von einer Million Euro überschritten.

Nach den Vorschriften des Umwandlungsgesetzes hatte ich im September 2020 mit einem notariell beglaubigten Gesellschafterbeschluss meine 100 % Gesellschaftsanteile der arteFakt GmbH in Geschäftsanteile der arteFakt Genossenschaft umgewandelt. Diese von mir als einzigem Gesellschafter der arteFakt GmbH beschlossene Umwandlung, war gleichzeitig der Gründungsakt der arteFakt Genossenschaft. Juristen nennen diesen Akt „formwechselnde Umwandlung unter Wahrung der rechtlichen Identität der Gesellschaft“. Zur Eintragung dieser Umwandlung ins Handels- und Genossenschaftsregister sind neben dem Beschluss noch ein paar weitere Formalien zu erledigen, insbesondere die Prüfung der vorgelegten Genossenschaftssatzung auf Konformität mit dem Genossenschaftsgesetz sowie die Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse beim Übergang der GmbH in die Genossenschaft. Diese Formalien waren Anfang Dezember 2020 von dem gesetzlich dafür vorgeschriebenen Prüfungsverband abgeschlossen und positiv beschieden worden. Damit schien die Eintragung in das Genossenschaftsregister nur noch eine Formsache, allerdings eine wichtige. Denn die Eintragung ist Voraussetzung für die Teilnahme am Rechtsverkehr als Genossenschaft und für den Beitritt von Mitgliedern mit der Möglichkeit der Einzahlung der gezeichneten Geschäftsanteile.

Allein muss dafür zunächst die GmbH ausgetragen werden, was über einen Notar mit einem entsprechenden Antrag beim Handelsregister erfolgen muss. Dieser Antrag wurde sofort nach der positiven Prüfung durch den Prüfungsverband im Dezember eingereicht. Vielfache Bemühungen des Notars, uns unterstützender Wirtschaftsprüfer und erfahrener Aufsichtsräte anderer Genossenschaften sowie des Zentralverbandes Deutscher Konsumgenossenschaften konnten bisher keinen Einfluss auf die Arbeit des Handelsregisters nehmen, und leider lässt sich auch immer noch nicht erkennen, wann es zu der Austragung der GmbH und damit zur Eintragung in das Genossenschaftsregister kommen wird. Das kann in den nächsten Tagen geschehen, es kann aber auch noch ein paar weitere Wochen dauern; das liegt nicht in unserer Hand. Das ist die weniger erfreuliche Nachricht.

Nicht so erfreuliche Nachrichten erreichen uns auch von den Oliviers, die in den letzten Wochen wieder mit den Auswirkungen des Klimawandels ringen mussten. Mehrere Tage anhaltender Frost, der für diese Zeit äußerst ungewöhnlicher ist, hat in manchen Regionen die Olivenblüte geschädigt und bei Dimitrios Sinanos in Korinth (Olivenöl No.23) zwei Drittel seiner Aprikosen vernichtet. Ebenso erging es Giuseppe Lombardi in Apulien (Olivenöl No.7 special), der dadurch seine Pfirsichernte verlieren wird.

Bürokratische Arbeitsweisen beeindrucken den Klimawandel recht wenig, eher schon das Engagement der Vielen, die dem mit der Vergemeinschaftung und Umwandlung zur Genossenschaft, und auch ihrem finanziellen Engagement etwas entgegensetzen wollen.

Eine erfreuliche Nachricht ist wiederum, dass wir dank der Treue der arteFakt-Freundinnen und -Freunde, sicher auch wegen des gestiegenen Bedarfs durch häufigeres home cooking während der Pandemie, das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatzplus beenden konnten. Zusammen mit dem Wegfallen der Kosten für Aktivitäten und Veranstaltungen, bei denen wir uns sonst jährlich begegnen, haben wir durch den Nebeneffekt einen höheren Gewinn als üblich erreicht. Dadurch konnten wir Rücklagen bilden, die für unser laufendes Olivenöl-Kerngeschäft nicht benötigt werden und nun im Wesentlichen für die in der Präambel der Genossenschaftssatzung formulierten Ziele zur Verfügung stehen. Unsere gute wirtschaftliche Situation lässt es zu, dass wir jetzt nicht länger warten, und mit ihrer Bearbeitung beginnen.

Die Einberufung der in unserer Satzung vorgesehenen Beiräte, die ausgewählte Themen so aufbereiten, dass eine Projektierung der Vorhaben in Angriff genommen werden kann und auch Förderanträge ausgearbeitet werden können, kann erst mit der Eintragung in das Genossenschaftsregister erfolgen. Mit einer koordinierten inhaltlichen Bearbeitung der anstehenden wichtigen Themen sollten wir deshalb aber nicht länger warten. Vordergründig sehe ich hier das Thema Boden und die mögliche Einflussgewinnung auf regionale Klimata (siehe Präambel).

Die Auswirkungen der sich klimabedingt ändernden Niederschläge und Temperaturen auf die biologischen und physiologischen Prozesse der Olivenfrucht und die sich daraus ergebenden kürzeren Reifezeiten, müssen die Oliviers länger schon als „Phänomene“ zur Kenntnis nehmen. Sie zu verstehen, um darauf reagieren zu können, das brennt ihnen unter den Nägeln.

Wenn Sie aus Ihrer fachlichen und beruflichen Kenntnis etwas dazu beitragen können und angesprochen werden möchten, geben Sie uns bitte ein Signal. Und dann lassen Sie uns weiter beisammen bleiben und in Geduld üben, bis die bürokratischen Abläufe der Aus- und Eintragung ein Ende gefunden haben.

Mit dennoch bereits genossenschaftlichen Grüßen,
Ihr

Conrad Bölicke


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